This is what a feminist looks like!

Die Sozialistische Jugend ist eine Organisation die von Männern für Männer gegründet worden ist. 17 Jahre lang war die SJ also ein reiner Männerverein und Frauen mussten sich ihren Zutritt zur SJ erst einmal erkämpfen. Bis heute sind deutlich mehr als die Hälfte unserer Mitglieder Männer, was zeigt, dass sich die gesellschaftlichen Umstände auf eine Organisation wie die unsrige durchschlagen. Feminismus ist kein zusätzliches Thema in unserer Agenda, zu welchem wir auch hin und wieder Aktionen machen sollten, und Frauen sind keine spezielle Zielgruppe- Feminismus muss ständig mitgedacht werden sowohl von Frauen, als auch Männern!

Männer? Frauen? Marsmännchen?

Frauen. Wie definieren wir Frauen, wenn wir schon ständig darüber reden? Wohl nicht über möchtegern „geschlechterspezifische“ Eigenschaften. Nein! In der SJ wissen wir, dass uns unser soziales Verhalten von klein auf antrainiert wird und nicht „von Natur aus“ so ist, wie es ist. Über biologische Gegebenheiten? Nein, auch hier wissen wir, dass wir starre Dichotomien hinterfragen müssen und wir nicht von zwei Kategorien von Menschen ausgehen können. Warum also bleiben wir in unserem politischen Handeln hinter Definitionen, die so schwammig sind? Weil in unserer gesellschaftlichen Realität die Kategorie ‚Frau’ immer noch relevant ist und sie dadurch auch eine politische Kategorie bleibt, bis wir es schaffen sie aufzubrechen!

Viel erreicht, noch viel zu tun!

Doch neben einem kritischen Blick auf unser Mitgliederverhältnis dürfen wir uns einen lobenden Schulterklopfer gönnen: Die frauenpolitische Kommission (FPK) hat erreicht, dass es eine 50% Frauenquote im Verbandsvorstand gibt und es gab noch nie so viele Frauen in Landesfunktionen. Vor allem gibt es nun die Chance, dass nach dem Verbandstag alle „Führungsfunktionen“ (Vorsitz, Verbandssekretärin, BJV – Vorsitzende, YES Vizepräsidentin, IUSY Vizepräsidentin) welche die Sozialistische Jugend Österreich zu besetzen hat, von Frauen ausgeübt werden. Dies bestätigt die Nachhaltigkeit der feministischen Arbeit in den letzten Jahren und auch die Chance auf eine erstmals weibliche Verbandsvorsitzende eröffnet neue frauenpolitische Spielräume. Umso mehr stellt sich für die SJ die Frage nach der prinzipiellen Aufgabe der frauenpolitischen Kommission in einem neuen Licht:

Meiner Meinung nach ist es nun wichtig, diese Situation für Frauen in der Organisation nachhaltig zu nutzen und eine Plattform zu bietenn, die verstärkt Funktionärinnen inhaltlich und organisatorischen Rückhalt gibt. Wir müssen zum Beispiel die statutarische Möglichkeit nutzen und jährlich mindestens ein Treffen abhalten, das der aktiven Vernetzung und dem Austausch der Funktionärinnen auf Bundes- und Landesebene dient.

Frauen in der SJ haben viel erreicht, jetzt geht es darum, Erreichtes zu verankern und das frauenpolitische Klima weiter zu verbessern. Deshalb möchte ich eine prinzipielle Diskussion mit der FPK und dem Verbandsvorstand darüber, wie die frauenpolitische Kommission sich weiter entwickeln kann und welche neuen Aufgaben möglicherweise dazukommen bzw. welche sich vielleicht durch geänderte Umstände erübrigen.

Frauen sichtbar machen

Wie bereits gesagt: auf Errungenschaften dürfen wir uns nicht ausruhen- denn immer noch haben wir offene Baustellen, beispielsweise im Bildungsbereich. Themen wie Wirtschaft, Sozialistische Strategien oder Staatstheorie sind hauptsächlich durch Männer in der SJ besetzt. Vor allem bei der Frage nach Referentinnen für Workshops auf Seminaren zeigt sich diese Problematik deutlich. Meiner Meinung nach, wäre die richtige Herangehensweise gezielte Frauenförderung, in diesen spezifischen Themen um inhaltliche Männerdomänen zu durchbrechen.

Apropos Männer

Während in der FPK der Frage nach Lage und Rolle der Frau nachgegangen wird, gibt es dazu kein Pendant für Männer oder Burschen. Bei der letzten Frauenkonferenz im Jänner wurde daher einstimmig beschlossen, dass es eine Arbeitsgruppe zu kritischer Männerarbeit und Männlichkeit geben sollte, welche ich als Vorsitzende unterstützen würde! Die Auseinandersetzung mit unserem Sozialisationsprozess und den damit verbundenen Ansprüchen kann nur eine Stärkung des Feminismus bedeuten!

Feministische Bündnisarbeit

Neben der frauenpolitischen Arbeit in der SJ, ist aber auch die Kooperation mit befreundeten Jugendorganisationen, wie das gemeinsame feministische Seminar der SJ, AKS & VSStÖ eine wichtige Weiterentwicklung. Wir müssen aber auch über den Tellerrand schauen: autonome Frauenorganisationen, das BJV-Frauenkomitee, oder die Plattform “20.000 Frauen” sind wichtige gesellschaftliche Kooperationspartnerinnen der SJ in frauenpolitischen Themen. Diese Kooperation gehört weiter ausgebaut. Vielleicht gelingt es uns auch in der nächsten Periode eine gemeinsame Initiative – wie zum Beispiel zum Jubiläum 40 Jahre Fristenregelung im Jahr 2015 – zu starten!

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2 Antworten zu This is what a feminist looks like!

  1. Sara schreibt:

    Ich glaub eine sehr grundlegende Frage ist, wie wir Frauen ansprechen können. Politik ist eine große Männerdomäne und es ist unsere Aufgabe Frauen zu vermitteln, dass sie in dieser einen berechtigten Platz haben. Es ist immer noch viel zu tun, aber man merkt das viele Werkzeuge wie die Quote oder das Reißverschluss-Prinzip bei Diskussionen tatsächlich greifen….das Problem ist nur, wie du richtig sagst, dass wir noch viel am Klima arbeiten müssen und hier gerade Männer sensibilisieren müssen. Da wird kritische Männerarbeit einen essentiellen Beitrag dazu leisten. Alltagssexismus ist nämlich leider immer noch ein Problem in unserer Organisation.
    Ich glaub jedoch, dass jede noch so gute Idee nur funktioniert, wenn sie auch umgesetzt wird. Und da hoffe ich, dass du z.B. dem Verbandsvorstand auch Druck machst die besprochenen Sachen in der Diskussion mit der FPK auch wirklich umzusetzen.
    Wie ist das mit der Frauenförderung zu verstehen: ist da deine Vorstellung, dass du gemeinsam mit der FPK ein Konzept erarbeiten würdest? Ich würde vielleicht noch ergänzen, dass Feminismus (obwohl es wirklich schon besser geworden ist) Querschnittsmaterie ist…das fällt mir gerade in den meisten Workshops zu Sozialistische Strategien ein, dass keine Feministischen Theorien behandelt werden…nicht einmal feministische Kritik von ganz explizit marxistischen Feministinnen (Frigga Haug zB mit ihrer Kritik am kommunitischen Manifest). Und das ist hier natürlich nur ein Beispiel.

  2. Sjler schreibt:

    40% tige Frauenquote?

    Wäre es nicht sinnvoller die Frauenquote mit den geschlechterspezifischen Mitgliederzahlen zu reativieren??

    zb 60%männer 40%Frauen ==> min 40% Frauenquote
    80%männer 20%frauen ==> min 20% Frauen

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