Internationale Querschnittsmaterie statt FunktionärInnen-Elite!

Internationalismus ist in Zeiten global agierender Konzerne und Banken und einer immer handlungsunfähigeren Politik einer unserer wichtigsten Grundwerte in der Sozialistischen Jugend. Leider hat die internationale Arbeit in der SJ aber bis heute einen starken Hang zum Elitären.

Die meisten AkivistInnen und FunktionärInnen unserer Organisation kommen viel zu oft nur auf IUSY-/YES-Camps und durch unregelmäßige Informationen in Kontakt mit diesem Aspekt der SJ-Arbeit. Dabei sind die Kämpfe, die wir heute führen– sei es im feministischen Bereich oder in unserem Kampf gegen Ausbeutung, Kapitalismus und Armut –internationale Kämpfe, die eine internationale Antwort brauchen! Die SJ muss ihre Mitglieder fit machen für diese Auseinandersetzungen und sie in die internationale Arbeit einbinden, egal aus welchem Bezirk oder Bundesland sie kommen! ‚All over the world to change it‘ muss mehr als eine bloße Phrase für T-Shirts und Flyer sein!
Zwar sind mit Initiativen wie der internationalen Facebookgruppe der SJÖ schon wichtige Schritte zur Öffnung passiert – es bleibt aber noch viel zu tun, wenn internationale Arbeit echte Querschnittsmaterie werden soll! Es darf nicht sein, dass internationale Vernetzung, vor allem mit unseren benachbarten Schwesterorganisationen, von der Eigeninitiative der Bezirks- und LandesfunktionärInnen abhängt. Ich bekenne mich deswegen dazu, dass es auf Verbandsebene eineN internationaleN SekretärIn gibt! Diese Position – mehr dazu siehe weiter unten – sollte dafür zuständig sein, internationale Angebote für alle Bezirks- und Landesgruppen aufzubereiten. Wenn wir uns als SJ zu internationaler Arbeit bekennen, wieso setzen wir uns dann nicht ambitioniertere Ziele? Was spricht gegen ein Bekenntnis dazu, in jeder Landesorganisation einmal pro Jahr einen internationalen Workshop mit GenossInnen aus unseren Nachbarländern anzubieten? Vor allem junge SJlerInnen und die, die nicht die Zeit für Auslandsaufenthalte haben, können damit in unmittelbaren Kontakt mit den sozialen Kämpfen in unseren Nachbarländern kommen. Was spricht gegen einen zumindest vierteljährlich erscheinenden, regelmäßigen Newsletter für die international Interessierten innerhalb der SJ, der unsere Positionen und unsere internationale Arbeit auch für jene zusammenfasst, die kein Facebook haben? Uns vor allem: Was spricht dagegen interessierten Orts- und Bezirksgruppen regelmäßig Workshopkonzepte zu aktuellen internationalen Themen (Freihandelsabkommen, die Situation in Venezuela & der Ukraine, etc.) anzubieten? Wir brauchen das klare Commitment, dass SJlerInnen, die YES-Seminare besuchen, ihr erworbenes Wissen danach zum Beispiel durch solche Workshops auch für unsere Organisation einsetzen! Weiters braucht es, wie schon auf meinen Blog zur Bildungsarbeit aufgezeigt meiner Meinung nach ein eigenstämdiges internationales Seminar der SJ.

Neustrukturierung der Internationalen Kommission

Ich bin überzeugt, dass es eine internationale Arbeitsgruppe innerhalb der SJ braucht – um Schwerpunkte zu setzen und alle Regionen einzubinden. Diese muss flexibler als die alte Internationale Kommission und so offen wie möglich gestaltet und konzipiert werden! Die Teilnahme an internationalen Seminaren sollte, wie das schon in den letzten Jahren üblich war, offen ausgeschrieben werden, aber auch die Teilnahme an IUSY-/YES-Kongressen oder den Konferenzen unserer wichtigen Schwesterorganisationen sollte, wie das in anderen Ländern üblich ist, nicht nur den immer gleichen VerbandsfunktionärInnen offen stehen. Es gibt noch viel zu tun, wenn wir uns zur internationalen Arbeit als immanentem Bestandteil unserer SJ-Arbeit bekennen wollen!
Demokratie – auch bei den Nominierungen!

Wir brauchen einen Demokratieschub auch bei den Nominierungen der SJÖ für die Gremien der IUSY und der YES. Wieso sollten KandidatInnen der SJÖ für das IUSY- und YES-Presidium, sowie für das YES-Buerau nicht auch vom Verbandstag legitimiert werden? Sie vertreten immerhin unsere Organisation in unseren internationalen Dachverbänden. SJlerInnen in internationalen Gremien sollten darüberhinaus nicht nur das Recht haben, an Sitzungen des Verbandsvorstandes teilzunehmen – sie sollten auch die Pflicht zur Berichtserstattung haben.
All over the world to change ist – Für einen Linksruck in YES & IUSY!

In den letzten Jahren ist es der SJÖ gelungen, zahlreiche gute Inputs in unsere internationalen Dachverbände einzubringn. Vor allem mit der RISE UP Kampagne ist es uns zusammen mit unseren linken BündnispartnerInnen gelungen, zu zeigen, wie eine wirklich europäische Kampagne aussehen kann. Auf diesem Erfolg müssen wir aufbauen! Die SJÖ muss sich aktiv für die Vernetzung der linken Kräfte einsetzen. Wir müssen uns als eine der treibenden Kräfte im Selbstdefinitionsprozess der YES begreifen und versuchen mit Best-Practice-Beispielen und konkreten Inhalten die Young European Socialists zu einer kämpferischen und unabhängigen politischen Bewegung zu machen, die mehr als eine Wahlkampfplattform für junge MEP-KandidatInnen ist. Die YES muss ein Kampforgan für einen echten Systemwechsel auf europäischer Ebene werden!
Mit der RISE UP Kampagne haben wir aber auch bewiesen, dass es möglich ist, außerhalb unserer Dachverbände politische Arbeit auf internationaler Ebene zu etablieren. Die SJÖ sollte sich in diesem Sinne in den nächsten Jahren auch vermehrt für Bündnisse mit linken, fortschrittlichen und sozialistischen Kräften außerhalb von YES und IUSY einsetzen. Nicht ohne Grund haben SJlerInnen in den letzten Jahren die Weltfestspiele des kommunistischen WBDJ besucht. In ganz Europa und darüber hinaus gibt es zahlreiche linke Organisationen, die logische BündnispartnerInnen für die SJ außerhalb der YES sind. Auch mit ihnen müssen wir uns vernetzen. Ein Beispiel dafür ist die deutsche Linksjugend SOLID, die weder in YES/IUSY, noch im WBDJ organisiert ist. Eine selbstbewusste, internationalistische SJÖ sollte auch den Kontakt mit fortschrittlichen Kräften außerhalb unserer Dachverbände nicht scheuen!
Diversity bringt’s!

Internationaler Austausch auch auf Seminaren. Durch Internationale Gäste werden unsere Seminare noch bunter und dadurch bieten wir Möglichkeiten der Vernetzung ohne jegliche Hindernisse. Wer Internationale Gäste einlädt, muss aber auch ein entsprechendes Angebot schaffen- Daher sollte es auf jeder Bildungswerkstatt einen englischsprachigen Workshop, mit Gastreferaten geben.

Wie gut kennen wir unsere Schwesternorganisationen?

Einander kennen, heißt von einander lernen. Weltweit gibt es hunderte Sozialistische Jugendorganisationen, welche Kampagnen führen sie? Wie gestalten sie ihren politischen Kampf? Man muss das Rad nicht ständig neu erfinden- werfen wir doch einen Blick zu unseren Schwesterorganisationen- Deshalb soll es im „Trotzdem“ eine neue Rubrik geben, wo pro Ausgabe eine Kampagne/Aktion unserer Schwesternorganisationen vorgestellt wird.

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